Bella die 1MS1

Tierschutzverein Bella Luna e. V.

Bergkamen in Nordrhein-Westfalen

Hilfe  für  verlorene  Hunde  die  in  Not  geraten  sind

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Pflegestellen

DSC_2102Ein trauriges Hallo an alle Hundefreunde,

wir haben vor zwei Wochen ein französisches Bullymädchen übernommen. Mimi ist 3 Jahre alt und hatte ein gruseliges Dasein bei Menschen geführt, denen Geld und Macht über alles steht. Luxusautos und ein vornehmes großes Haus in der besten Lage, auf Kosten der *Deckhündinnen* im Nebenschuppen. Hündinnen, weil es leider dort noch einige arme Geschöpfe gibt die diesen Lebensstil der Leute weiter finanzieren müssen.

Mimi konnten wir auf Grund aufmerksamer tierlieber Menschen dort herausholen. Menschen denen das einzelne Schicksal für Gebährmaschinen nicht egal ist, die ohne zu zögern hunderte von Kilometern fahren ohne zu fragen lohnt es sich?

Menschen die mit Engelszungen diesen geldgierigen Typen Honig ums Maul schmieren um Seelen zu retten die sonst vor die Wand geschlagen werden, weil selbst die Spritze beim Arzt sie nicht mehr wert sind. Ohne diese selbstlosen, hilfsbereiten Menschen wäre auch Mimi jetzt nicht bei uns in Sicherheit, dafür ein dickes Danke.

Nicht das Sie denken irgendwo im Ausland-nein mitten in Deutschland, da vergeht einem das Lachen.

Schnell wurde klar, dass mit Mimi gesundheitlich etwas nicht stimmt, kein Wunder. Nur einmal geimpft und das im Welpenalter. Danach hat sie keinen Tierarzt mehr gesehen, dafür genug Deckrüden. Traumatisiert und misshandelt kam dieses Mäuschen hier an, ein Anblick der schon wehtat beim hinsehen.

Da wir jedes Tier das in unsere Obhut gegeben wird bei unserem Tierarzt vorstellen wollten wir auch mit Mimi dort hinfahren. Dazu mussten wir sie ja versuchen sie ins Auto zu bekommen, das war der schwerste DSC_2101Schritt überhaupt.

Mimi schrie wie am Spieß sobald sich jemand von uns nur näherte, geschweige anfassen wollte. Den ersten Abend bei und saß sie 6,5 Stunden im Garten und war nicht in der Lage ins Haus zu kommen. Selbst unsere eigenen Hunde, die sonst immer mithelfen kapitulierten nach 5 Stunden.

Scheinwerfer und ein Zaunelement zur Hilfe genommen konnten wir sie endlich gegen 23 Uhr ins Haus bugsieren. Es war furchtbar mit anzusehen wie dieser kleine geschundene Körper zitterte und sich in die letzte Ecke im Haus verkroch. Dabei schnappte sie nach allem was näher als 20cm kam und schrie so laut sie nur konnte.

Die Nacht verlief ruhig obwohl Mimi Stunden umher lief und sich nicht ablegen konnte. Zu groß ihre Angst wenn sie die Augen schließt das wieder ein Tritt oder etwas anderes ihre Rippen traf. Vier Tage später fasste sie sich ein Herz und ließ sich vom Pflegeherrchen mit einem Finger anfassen. Mir blieb das Herz stehen, einerseits vor Freude, andererseits tat es sehr weh dieses kleine Bullymädchen so zu sehen. Sie konnte sich nicht freuen, ließ aber unter sich vor Angst.

IMG-20141108-WA0002Das Vertrauen steigerte sich von Tag zu Tag, mittlerweile kam sie von alleine und schaute genau zu wie wir unsere Hunde streicheln, knuddeln und auf dem Sofa schmusen. Das wollte sie auch und nach einer Woche öffnete sie sich, nahm ihren ganzen Mut zusammen und ließ sich von Pflegeherrchen auf dem Arm nehmen und auf unser Sofa setzen. Jeden Tag fünf  Schritte nach vorne und drei zurück.

Kein Problem, wir haben alle Zeit der Welt, die wir auch nutzen werden. Nach einer Woche stellten wir die kleine unserem Doc vor. Schnell stand fest, mit ihren Kniegelenken stimmt etwas nicht. Da wir einen Tierarzt haben der nicht lange fackelt überwies er uns zu einem Spezialisten für Gelenke nach Bremen.

Da waren wir nun vorstellig mit einem Ergebnis was uns fast umhaut. Mimi hat beidseitige Hüftschäden, beidseitige Kniegelenke mit Arthrose, wobei das rechte Gelenk zur Seite weg klappt. Schwere Spondylose in der Wirbelsäule und leichte neurologische Ausfälle im Halswirbelbereich. Darum hat Mimi Schwierigkeiten beim Aufstehen, gelegentlich hoppelt sie wie ein Hase, um einfach diesem Schmerz auszuweichen.

IMG-20141108-WA0000Das rechte Bein ist um 4cm kürzer als das linke, wahrscheinlich seit ihrer Geburt. Wenn Mimi bei normalen Hundebesitzer gewesen wäre und nicht bei einen Menschen wo nur der Euro zählt und nicht das wohl des Tieres. Wäre Mimis Erkrankung  dementsprechend behandelt worden, hätte sie diese vielen Probleme heute nicht. Doch ihr ehemaliger Halter war auf einem ganz anderen Weg.

Jetzt ist das nächste Problem, Mimi muss Muskeln aufbauen und zwar im Beinchen welches mehr geschädigt ist. Dazu werden wir das linke Beinchen mit einer Schlinge hochbinden müssen. Hört sich furchtbar an, ist aber leider nicht anders möglich um die Muskeln im Beinchen  aufzubauen.

Zeitgleich bekommt sie Reizstrom und Physiotherapie. Um die Schmerzen erträglich zu machen bekommt Mimi Medikamente und gleichzeitig muskelaufbauende Präparate. Nach 8 Wochen hoffen wir, dass sich Muskeln soweit aufgebaut haben, dass an die bevorstehende Operation zu denken ist.

Dabei wird ihr eine Sehnenplastik eingesetzt. Das verhindert, das Mimis Beinchen weiterhin wegknickt. Wenn sie diesen Eingriff überstanden hat werden wir uns Gedanken machen müssen wie wir mit den andern Problemen wie den Hüften und der Spondylose umgehen.

Oberste Priorität ist, das Mimi keine Schmerzen hat, ihre Lebensqualität verbessert wird und sie ein halbwegs normales Hundeleben führen kann. Wir werden in regelmäßigen Abständen über Mimis kleines Leben berichten. An eine Vermittlung kann zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht werden. Wir begleiten diese kleine liebenswerte Hundeseele auf ihren nicht gerade leichten Weg, der sehr holprig und steinig werden wird bis sie alles hinter sich hat.

Die körperlichen Wunden werden irgendwann verheilen, die seelischen bleiben verborgen. Nie weiß man genau welche schlimmer sind. Im Moment baut sie sehr viel Vertrauen in die Menschen auf, behutsam werden wir ihr zeigen das nicht alle Menschen Tritte und Schläge verteilen, sondern Liebe und Stärke, anstatt kalte Fliesen und Futter was einfach auf den Boden geklatscht wird. Hände die streicheln und Geborgenheit geben. Es wird ein langer, schwieriger Weg mit dem Ziel eine glückliche, selbstbewusste Bullymaus durch den Garten fegen zu sehen.

Wer Mimi in irgendeiner Weise unterstützen möchte kann sich gerne an uns wenden, jede Hilfe zählt.

Vielen Dank für Ihr Interesse an Mimis Geschichte, wir werden weiter berichten

 

Petra Gerlach für das Team von Bella Luna e.V.